Der Herbst ... und unser inneres Schatzkästlein

Ehe die Tage wieder richtig kurz werden, wartet die Natur noch einmal mit all ihren Farben auf. Bunte Laubblätter rieseln auf lila Astern in liebevoll gehegten Gärten. Nüsse liegen unter den Bäumen am Feldrand. Wenn es geregnet hat, leuchtet der Wald in intensiven Farben und die Pilze duften. Es ist, als ob die Natur noch einmal an alles erinnern wolle, bevor sie sich auf ihre Ruhepause vorbereitet. 

Das zu erleben, erinnerte mich an eine liebe Freundin.

 

Vor einigen Jahren erzählte sie mir von ihrem "inneren Schatzkästlein". Immer, wenn sie eine besonders schöne Begegnung oder ein berührendes Erlebnis hatte, dann packte sie das in ihr inneres Schatzkästlein.  Und wenn das Leben einmal mühsam war oder es für etwas keine Lösung zu geben schien, dann öffnete sie ihr inneres Schatzkästlein und der Horizont wurde von all der gesammelten Freude wieder hell. 

 

Meine Freundin kann etwas Wundervolles: den Augenblick auskosten. Und noch mehr: sie kann ihre Freude über das Leben in einem Lächeln weitergeben, in dem sich ihr Gegenüber gesehen fühlt. 

 

In unserer Kindheit sind wir alle Sammler von Begegnungen, Erlebnissen und Erfahrungen. Wir lernen die Welt kennen und zeichnen alles auf über den kleinen Kosmos, der uns umgibt. Was auch immer wir finden, wird zu unserem Bild über die Welt hinzugefügt. 

Wenn Du eine schwierige Familienkonstellation erlebt hast oder unsichere Zeiten, kann dieses Bild verhangen sein. Und das Schatzkästlein weniger gut gefüllt. Vielleicht bist Du in späteren Jahren nicht so gewohnt, nach den nährenden Dingen Ausschau zu halten.

 

Die schöne Nachricht ist: Du kannst jeden Tag damit beginnen. Es müssen keine großen Dinge sein. Ein Lächeln, das erwidert wird. Eine Geste. Ein Mensch, der Dich gerade versteht. Wenn Du beginnst, abends den Tag Revue passieren zu lassen und dankbar für die kleinen Dinge zu sein, wirst Du feststellen: es gibt so viele davon: satt zu essen, ein Dach überm Kopf, ein warmes Heim, sauberes Wasser, der Zugang zu Bildung, ein Land, in dem es viele Möglichkeiten gibt. 

 

Auch wenn Du Dein Zuhause verlässt und nach draußen gehst, kannst Du erleben, wie für alles gesorgt ist: in einer Natur, die überreich an Farben, Düften und Ernte ist. Dankbarkeit ist ein Gefühl, das uns gut tut. 

Und mehr noch: unsere Gefühle entscheiden über unsere Ausstrahlung.

 

Das bedeutet nicht, dass wir negativ empfundene Gefühle ignorieren sollen. Wer seine Trauer unterdrückt, drosselt gleichzeitig sein Mitgefühl. Wer seine Wut nicht spürt, kann seine Lebenskraft nicht entfalten. (Quelle und Buchempfehlung hierzu: "Gesundheit ist auch Gefühlssache. Wie ich als Herzmediziner die Heilkraft der Emotionen entdeckte", Prof. Albrecht Hempel, ZS Verlag) 


ALLE Gefühle sind wichtig, um uns selbst zu spüren und um mit dem Leben verbunden zu sein. Wenn wir aus dieser Basis heraus dankbar sind,  wohlwollend und liebevoll, geht auch an trüben Tagen unsere innere Sonne auf.

 

Wir laden Menschen damit ein, mit uns in Resonanz zu gehen. 


Wie geht es Dir, wenn Dir ein warmes Lächeln begegnet? Das Lächeln eines Menschen mit einem gefüllten, überfließenden Schatzkästlein ... 

 

Daran erinnert mich der Herbst. 

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